10.01. – 15.02.2020

MAX

PEIFFER WATENPHUL

die frühen Jahre

Max Peiffer Watenphul brennt für die Malerei. Sein Leben lang. Schon als Siebzehnjähriger beginnt er autodidaktisch zu malen. Nach seiner Promotion in Kirchenrecht und einem Referendariat am Hattinger Amtsgericht 1919 entscheidet er mit 23 Jahren souverän, ausschließlich den Weg eines Malers zu gehen und die Juristerei aufzugeben. Die Bildwelt dieser frühen Schaffensjahre ist einfach, fast trivial. Sie zeigt, was den Maler umgibt. Man fühlt sich an die Neue Sachlichkeit erinnert. Doch Peiffer Watenphul schildert trotz aller Strenge nicht nüchtern. Er schafft eine andere Wirklichkeit, die seine persönliche ist. Vielfach geheimnisvoll und melancholisch, magisch und surreal. Der flächige Bildaufbau, die starke Farbigkeit und die bewusst naive Umsetzung der Sujets erinnern an Matisse und Rousseau. Im Herbst 1919 geht er ansStaatliche Bauhaus in Weimar. Er belegt den Vorkurs bei Ittenund darf durch die Erlaubnis von Gropius in allen Werkstätten hospitieren. In dieser prägenden Zeit in Weimar, die bis zum Sommer 1922 andauert, ist er mit Klee, Feininger, Kandinsky und Albers bekannt und u. a. eng befreundet mit Schwitters, Schlemmer, Marcks, Lasker-Schüler und Gilles.

Noch als Student gewinnt er finanzielle Unabhängigkeit durch einen Vertrag mit Alfred Flechtheim, der in Düsseldorf eine Galerie führt. Durch diesen wird er auch Mitglied im Künstlerbund „Das Junge Rheinland“ um Johanna Ey. 1921 zeigt das Folkwang Museum Essen seine erste museale Ausstellung und Flechtheim seine erste Einzelschau in einer Galerie. Max Peiffer Watenphul ist Mitte Zwanzig. Aus der Zeit am Bauhaus und den sich anschließenden Arbeitsaufenthalten in Salzburg, Wien, Rom, Düsseldorf und seiner Heimatstadt Hattingen stammt der größte Teil der hier gezeigten Gemälde und Aquarelle. Diese frühen Werke sind Teil eines für sich geschlossenen Werkblockes, der um 1923 ausgereift scheint. Bildbestimmende erdige bis leuchtende Farbtöne und eine flächige Dichte, die die gewollt naiv beschriebenen Sujets bestimmen, werden von zunehmend leichter, luftiger Atmosphäre mit helleren, bis hin zu buntfarbigen Motivbeschreibungen abgelöst. Im Sommer 1924 reist Peiffer Watenphul für über ein halbes Jahr nach Mexiko. Die volkstümliche Kunst Mexikos begeistert ihn und Städte wie Landschaften regen ihn zu einer neuen Bildsprache an. Peiffer Watenphul ist sein Leben lang ein Reisender –ob aus einem innerenDrang oder aufgrund der Wirren des Krieges. Besonders das Licht Italiens und die mediterrane Landschaft gehören zu seinen wichtigsten Inspirationen – hier lebt er ab 1946 endgültig bis zu seinem Tod 1976. Einen hohen Stellenwert nimm tauch der geistige Austausch mit anderen Kreativen und die Auseinandersetzung mit Bildender Kunst ein. Doch sein eigenes Werk bleibt unabhängig und verweigert sich einer Zuordnung. Weder war er in frühen Jahren ein „typischer“ Bauhauskünstler, noch ließ er sich in der Nachkriegszeit von abstrakten Tendenzen in der Kunst beeinflussen. Viel-mehr verband er konsequent seine inneren Bildwelten mit denen, die ihn umgaben.

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