Alpha (*1964) und Chris Mason (*1964), London/Widnes – leben in Südwest-Frankreich

Zunächst arbeitet Chris Mason unter dem Pseudonym Chris Hipkiss als Solo-Künstler, seit 2001 entstehen unter dem Namen Hipkiss als Team gemeinsame Werke mit seiner Frau Alpha Mason. Die Kunst von Hipkiss steht abseits jeglicher künstlerischer Strömungen. Sie hat keine Vorläufer oder Vorbilder und schöpft einzig aus dem Befinden, der Motivation und der Vorstellungskraft der Künstler. Stilistisch findet sich bei Hipkiss keine wesentliche Entwicklung im Sinne einer Verfeinerung oder Perfektionierung: Die Werke sind von Beginn an ausformulierte, in sich geschlossene Arbeiten. Hipkiss selbst bezeichnet sich als „zeitgenössischen Autodidakten“. Gegen seinen Willen wird sein Schaffen oft der Outsider-Art zugerechnet, was zum großen Teil auf eine gleichnamige Ausstellung der Londoner Tate Britain zurückzuführen ist: 2006 zeigte sie darin eine Auswahl museumseigener Werke von Chris Hipkiss. 1989 zieht Hipkiss mit seiner Ehefrau in den kleinen Ort Doddington in Kent, südöstlich von London. Das Paar führt ein bescheidenes Leben, den Lebensunterhalt bestreitet es zum Teil mit Gelegenheitsarbeiten. 1990 findet Hipkiss zu seinem typischen Stil: In seinen großformatigen, oft bedrohlichen Fantasielandschaften und unwirklichen Städten spielen sich rätselhafte Kämpfe ab, die Hipkiss nie erklärt. Der Umweltaktivist lässt den rücksichtslosen Umgang des Menschen mit der Natur anklingen. Punk-Frauen in erotischen Posen drohen oder führen geheimnisvolle Bewegungen aus, Hydranten schleudern Schmutz in die Gegend. Vogelschwärme werden zu Kampfflugzeugen im Bombenhagel, dornige Pflanzen mutieren zwischen verlassenen Fabrikschloten zu Metallröhren. Hipkiss arbeiten langsam, bis zu zwei Jahre sitzen sie an einem großen Format. Durch Londoner Kontakte unter anderem zu einer amerikanischen Outsider-Art-Sammlerin zeigen erste britische Ausstellungen Hipkiss’ Werk. Ernsthaftes Interesse und erste Verkäufe ergeben sich allerdings erst in Amerika. 2001 ziehen Hipkiss in ein altes Landhaus in der Nähe von Montpellier. In ihre Zeichnungen fließen nun auch Eindrücke aus der Natur des mediterranen Frankreichs ein.

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