Alpha (*1964) und Chris Mason (*1964), London/Widnes – leben in Südwest-Frankreich

„Hipkiss“ ist das gemeinsame Pseudonym von Alpha und Christopher Mason, die seit ihrem Treffen in London Anfang der 1980er Jahre im Rahmen der Tierrechts- und Umweltbewegung zusammenarbeiten. Sie sind gebürtige Briten und leben seit 2001 im ländlichen Frankreich.

Das Paar erforschte zunächst eine Vielzahl kreativer Möglichkeiten und erfand dazu passende Pseudonyme. Sie wählten „Chris Hipkiss“ für ihr visuelles Schaffen in den frühen Jahren und wiesen damit die alleinige Anerkennung dem Hauptzeichner Chris zu, während der Vorname von Alpha in ähnlicher Weise für andere Experimente verwendet wurde. Tatsächlich hatten sich beide Künstler seit ihrer Jugendzeit dem Zeichnen verschrieben und eine Zeit lang vierhändig gearbeitet, bevor Alpha die Entscheidung traf, ihren eher klassischen Stil aufzugeben. Im Sinne der Zusammenarbeit zweier Köpfe – in Bezug auf Inspiration, die Innovation von Techniken und kompositorische Gestaltung – blieb die Dualität jedoch absolut; seit 1991 teilen sie sich einen Arbeitsraum und widmen sich ausschließlich ihrer Kunst. Das Duo hat den Prozess als solchen der ständigen Erweiterung und Verfeinerung beschrieben, der durch einen ständigen Austausch von Ideen und Perspektiven vorangetrieben wird.

„Hipkiss“ führen ihre frühe Anerkennung durch „Outsider“-Anhänger nicht nur auf die von ihnen gewählten Medien zurück, zu einer Zeit, als die Zeichnung als zeitgenössische Gattung noch nicht in dem Maße akzeptiert war, wie sie es heute ist, sondern auch darauf, dass sie bereits in einem frühen Stadium ihrer künstlerischen Entwicklung von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Darüber hinaus hatten sie, da sie es vorzogen, ihre eigene Vision zu pflegen, eine traditionelle Kunstschulausbildung zugunsten von Universitätsstudien wie Geografie, Soziologie, Politik, Fotografie und Medienproduktion abgelehnt. In den letzten Jahren haben sie ihre Anwesenheit in der Welt der zeitgenössischen Kunst gefestigt, u.a. mit einer Einzelausstellung im Drawing Center und Ankäufen durch das Kupferstichkabinett Berlin, das Metropolitan Museum of Art und das Museum Boijmans Van Beuningen.

In den ersten beiden Jahrzehnten ihrer Karriere waren Hipkiss für detaillierte und oft überdimensionale Panoramalandschaften bekannt. Sie blieben immer dem Grafit über Silbertinte auf schwerem Papier als Trägermaterial treu und haben sie in letzter Zeit neben der Verfeinerung der Kompositionen und Formate verschiedene Metalle und einige Farbelemente hinzugefügt. Die „punkigen“ Motive ihrer Jugend sind Themen gewichen, die sich im mittleren Alter der Künstler enger an die natürlichen Formen anlehnten, aber die zugrundeliegende Faszination des Zusammentreffens von menschgemachten und natürlichen Landschaften – städtisch und ländlich – ist beständig. Sie beschreiben ihre Arbeit als „die reale Welt, wie sie mit unseren Augen gesehen wird.“

Hipkiss sind unter anderem in den Sammlungen von FRAC Picardie, FRAC Midi-Pyrénées, The Metropolitan Museum of Art, Museum Boijmans Van Beuningen, John Michael Kohler Art Center, Kupferstichkabinett, The Whitworth, Cindy Sherman, Rudolf Zwirner und Antoine de Galbert vertreten. Ihre Arbeiten wurden u.a. in der Tate Britain, der Whitechapel, bei David Zwirner, im The Drawing Center, La Maison Rouge, New Museum, The Irish Museum of Modern Art, La Caixa und im The Aldrich Museum of Contemporary Art gezeigt. Sie sind dreimalige Stipendiaten der Pollock-Krasner-Stiftung. Das Duo lebt und arbeitet in Südwest-Frankreich.

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