Dennis Scholl

*1980 Hünfeld – lebt in Berlin

Mit seiner Arbeit führt Dennis Scholl den Betrachter durch eine rätselhafte, vielschichtige Welt. In diesem vom Künstler geschaffenen Universum begegnet man sowohl befremdlichen als auch unterhaltsamen Gestalten, bekommt Einblick in Fehden und Romanzen, fühlt sich als Teilnehmer oder Voyeur. Nie hat man das Gefühl, dass man das Gesehene komplett begreift, stets bleibt ein Moment der Verständnislosigkeit, die Vermutung, dass man lediglich an der Oberfläche der erzählten Geschichte gekratzt hat.

Dennis Scholl studierte an der Hamburger Hochschule für bildende Kunst bei Franz Erhard Walter und Andreas Slominski. In den frühen 2000er Jahren, zu einer Zeit, in der sich viele junge Künstler der Malerei und somit der Farbe zuwandten, verschrieb sich Scholl dem monochromen Bleistift. Diese Unbeirrtheit, sich nicht dem allgemeinen Mainstream hinzugeben, war es auch, die Sammler und Kuratoren schnell auf den jungen Kunststudenten aufmerksam machte. In seinen Schwarz-Weiß-Arbeiten zeigt sich Scholl als Baumeister von Erzählungen, deren Fragmente er sorgfältig auswählt und collagenhaft zusammensetzt. Gesichter, Körper, Pflanzen und andere organische Elemente, Strukturen und Stoffe sind stark verdichtet angeordnet. Im Mittelpunkt steht immer die menschliche Gestalt. Scholls Protagonisten nehmen in einigen Zeichnungen Bezug auf literaturgeschichtliche oder philosophische Figuren, sind jedoch meistens reine Fiktion des Künstlers. Seit seinen ersten Erfolgen als junger Künstler, die unter anderem zu einer Teilnahme an der Busan Biennale in Südkorea 2010 und mehreren Gruppenausstellungen in der Hamburger Kunsthalle führten, hat sich Scholls Kunst kontinuierlich verändert. Die Welt, in der sich die Figuren bewegen, aufeinandertreffen, streiten und lieben, entwickelte sich von Bild zu Bild weiter und wurde mit jedem Mal komplexer. Das Bildformat wurde über die Jahre immer größer, bis auch die Protagonisten selbst lebensgroß waren.

2015 führte der Zeichner Farbe in seine Arbeiten ein, tastete sich langsam von Rötelzeichnungen über Pastellkreiden zum Buntstift. Erwecken die Bleistiftzeichnungen den Anschein von Schwarz-Weiß-Fotografien von Ölgemälden, weisen die Buntstiftarbeiten eine viel deutlichere zeichnerische Qualität auf. Doch nach beinahe 15 Jahren waren für ihn in der Zeichnung alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Die Konsequenz bedeutete für Scholl, den nächsten Schritt zu wagen und sich der Leinwand zuzuwenden, seit 2017 arbeitet er nun auch in Öl. In zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen konnten Scholls Arbeiten bisher weltweit präsentiert werden, er nahm unter anderem an Ausstellungen in New York, Brüssel, Malmö und London teil. Außerdem finden sich seine Zeichnungen in Privatsammlungen in der Schweiz, Nordamerika und Deutschland.

Publikationen

Galerie

Einzelausstellungen (Auswahl)

2019 Galerie Michael Haas, Berlin | 2017 Albertz Benda, New York | 2014 Galerie Michael Haas, Berlin | 2013 Aeroplastics Contemporary, Brüssel | 2010 Galerie Arndt, Berlin | 2008 Galerie Andreas Grimm, München | Institut für Moderne Kunst, Nürnberg | 2007 Arndt & Partner, Berlin | 2006 Galerie Grimm/Rosenfeld, New York | 2004 Blaue Kugel, Hamburg

‚One Minute, One Question‘ mit Dennis Scholl

Ausstellungen mit Dennis Scholl

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