1925 Zofingen, Schweiz – 2015 Honfleur, Frankreich

Die Tochter eines anthroposophisch ausgerichteten Lehrers wächst in einem regelrecht von der Außenwelt abgeschotteten Zuhause auf. Erst zu Ende des Zweiten Weltkriegs, Aeppli war fast 20 Jahre alt, beschäftigt sie sich das erste Mal näher mit den Grausamkeiten des Krieges. Eine Thematik, die sie nicht mehr loslässt. Von 1943 – 1945 besucht sie die Kunstgewerbeschule in Basel. In den frühen 1950er Jahren lernt Aeppli Jean Tinguely und Daniel Spoerri kennen. Gemeinsam reisen sie nach Paris und Aeppli wird Tinguelys erste Ehefrau, bis sie 1960 Niki de Saint Phalle, die sowohl davor als auch danach eine enge Freundin ist, weichen muss. Sie arbeitet im Umfeld der Nouveaux Réalistes um ihren Mann Tinguely, Aman und Yves Klein, ohne selbst zu dieser Gruppe zu gehören. Gegenüber von ihrem heruntergekommenen Atelier in der Pariser Impasse Ronsin liegt Constantin Brâncușis Arbeitsstätte, mit dem sie eine von Konfrontationen durchwebte Freundschaft verbindet.

Aeppli beginnt ihre künstlerische Laufbahn mit Kohlezeichnungen und gestrickten Bildern. Anfang der 1960er Jahre entstehen großformatige Ölgemälde mit unheilvollen Totenreigen, wie in Massengräbern übereinander getürmten und ineinander verwobenen Skeletten. In den 1970er Jahren beschäftigt sich die Künstlerin intensiv mit der Astrologie. Es entstehen genähte Kopfskulpturen, die sie in den 1990er Jahren, auch um dem Verfall der Stoffskulpturen entgegenzuwirken, in Bronze gießen lässt.

Gegen Ende ihres Lebens lebt sie wieder zurückgezogen von der Außenwelt – der Kreis zur Kindheit schließt sich. Tagesnachrichten boykottiert sie, Zeitung, Fernsehen und Radio interessieren sie nicht. Für sie zählt „ihre Welt“. Sie erschafft einen Kosmos der stummen Schreie, des lautlosen Leids, verlorener Hoffnungen, der Unterwelten und macht diesen in Zeichnungen, Gemälden und Stoffskulpturen sichtbar.

Ihre Arbeiten sind weltweit in Museen sowie in zahlreichen Privatsammlungen vertreten.

Galerie

Ausstellungen mit Eva Aeppli

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