1902 Berlin – 1968 Köln

Ernst Wilhelm Nay, der von 1925 bis 1928 an der Berliner Hochschule für Bildende Künste bei Karl Hofer studiert, erhält schon als junger Maler große Anerkennung für seine Stillleben, Porträts und Landschaften, die den Einfluss der Gemälde von Henri Matisse und Karl Hofer erkennen lassen. Während seines neunmonatigen Aufenthaltes in der Villa Massimo in Rom 1931 entstehen surrealistisch-abstrakte Bilder. Einen ersten Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens erreicht Nay mit seinen „Fischer- und Lofotenbildern“, die er 1937 in Norwegen und auf den Lofoten malt, wo er dank eines von Edvard Munch finanzierten Stipendiums arbeiten kann. Im gleichen Jahr werden in der Ausstellung „Entartete Kunst“ zwei seiner Werke gezeigt und Nay mit Ausstellungsverbot belegt. Ab 1940 muss er als Infanterist, später als Kartenzeichner in Frankreich Kriegsdienst leisten, kann jedoch während dieser Zeit, wenngleich eingeschränkt, weiterhin malen. 1945 wird Nay nach kurzer Gefangenschaft von den Amerikanern entlassen. Er zieht nach Hofheim am Taunus, da seine Berliner Wohnung bei einem Bombenangriff zerstört wurde. In den „Hekatebildern“, in denen Motive aus Mythos, Legende und Dichtung anklingen, verarbeitet er von 1945 bis 1948 künstlerisch die Kriegs- und Nachkriegszeit. Die glühenden Farben und verschlungenen Formen der „Fugalen Bilder“ (1949 bis 1951) kündigen bereits einen Neubeginn an. 1951, als Nay nach Köln zieht, werden seine Bilder schließlich völlig ungegenständlich und allein die Farbe wird zum Bildinhalt („Rhythmische Bilder“). Ein Jahr zuvor zeigt die Kestner-Gesellschaft Hannover Nays erste Retrospektive. Ab Mitte der 1950er Jahre beherrschen in den „Scheibenbildern“ runde, doch niemals streng abgegrenzte Farbflächen den Bildraum, die schließlich ihre Weiterentwicklung in den „Augenbildern finden“.

Nays internationaler Durchbruch vollzieht sich mit seiner ersten amerikanischen Einzelausstellung in den Kleeman Galleries, New York 1955, seinem Beitrag für die Biennale in Venedig 1956 sowie seiner Beteiligung an der documenta in Kassel (1955, 1959 und 1964). Ernst Wilhelm Nay erhält wichtige Preise und ist bei fast allen repräsentativen Ausstellungen deutscher Kunst im In- und Ausland vertreten. In der Öffentlichkeit werden Nays neue Bilder heftig diskutiert. Auf der ‚documenta III‘ (Kassel 1964) sind drei 4 x 4 Meter große Hauptwerke von 1964 in einer ungewöhnlichen Hängung an der Decke präsentiert und lösen einen erregten Pressestreit aus. Bedeutende Einzelausstellungen in New York und in Paris (1964 Galerie Knoedler), in Frankfurt a.M., Hamburg, München, Karlsruhe und Münster machen Nays Augenbilder weithin bekannt.

Galerie

Ausstellungen mit Ernst Wilhelm Nay

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