1901 Gummersbach – 1998 Düsseldorf

Bruno Goller lebte und arbeitete seit 1927 ausschließlich in Düsseldorf. Dem Kunstbetrieb verweigerte sich Bruno Goller zunehmend, besonders nach Einsetzen des Zweiten Weltkrieges. Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass er zu den der Öffentlichkeit weniger bekannten deutschen Malern zählt. Mit seinem sehr eigenständig geschaffenen Stil hat er sich künstlerischen Strömungen nie angeschlossen, war nur sich selbst und seinem Werk verpflichtet. Der Kunsthistoriker und Museumsdirektor Werner Schmalenbach bezeichnete ihn als „eine der authentischsten Figuren der Kunst vor und nach der Jahrhundertmitte“.

Goller beginnt als Jugendlicher mit der Malerei und ist von 1919 bis 1922 Schüler des Landschaftsmalers Julius Jungheim. Die Jahre 1924 / 1925 verbringt er in Italien, ab 1927 lebt er in Düsseldorf. Er wird zunächst Mitglied der Vereinigung Junges Rheinland, 1928 ist er Mitbegründer der Rheinischen Sezession, die sich aus Künstlern zusammensetzt, die dem Kreis um die Düsseldorfer Galeristin Johanna Ey (Mutter Ey) angehören. Als deren Galerie von den Nationalsozialisten geschlossen wird, gerät Goller zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten und beginnt im Verborgenen zu arbeiten, da er gemäß der Kulturpolitik der Nazis, als „entarteter“ Künstler gilt. Ab 1940 dient Goller als Soldat in Frankreich. Bei einem Bombenangriff werden 1943 das Düsseldorfer Atelier und fast das gesamte, etwa 100 Gemälde umfassende Frühwerk zerstört. Nachdem er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen wird, kehrt Goller 1945 nach Düsseldorf zurück. Mit wenigen Ausnahmen wird er die Stadt nicht mehr verlassen. Er schließt sich 1946 erneut der Rheinischen Sezession und 1949 der Neuen Rheinischen Sezession an. 1949 erhält er einen Lehrauftrag und unterrichtet an der Düsseldorfer Kunstakademie eine Vor- und Zeichenklasse, von 1953 bis 1964 ist er dort Professor für Malerei. Zu seinen Schülern zählen bedeutende Künstler wie Konrad Klapheck, Blinky Palermo, Konrad Fischer-Lueg und andere. Ende der 1950er Jahre setzt der große künstlerische Erfolg ein. 1958 richtet ihm die Kestner-Gesellschaft in Hannover eine erste Retrospektive aus, 1959 nimmt Bruno Goller mit seinen Werken an der documenta 2 in Kassel teil. 1965 erhält er den Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen und vertritt Deutschland auf der achten Biennale von São Paulo. 1967 wird er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und erhält das Große Verdienstkreuz des Vierdienstordens der BRD. 1984 wird er Ehrenmitglied der Düsseldorfer Kunstakademie. Gollers Motivwelt ist Zeit seines Schaffens die der Dinge – auch nach dem Krieg, als die Tendenz zur Abstraktion allgegenwärtig wird. Von seinem Früh- bis hin zum Spätwerk greift er bei der Wahl der Themen zurück auf die Kindheitserinnerung an den Hutmacherladen seiner Mutter, so dass Schaufenster, Dekorationen und Ähnliches zu den bevorzugten Motiven gehören. Auch die weiblichen Figuren seiner Nachkriegsbilder erinnern in ihrer für Goller charakteristischen flächigen Modulierung im Vergleich zu den frühen, eher realistisch dargestellten Porträts und Akten ein wenig an Schaufensterpuppen.

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