1881 Málaga – 1973 Mougins

Pablo Picasso hat die Kunst des 20. Jahrhunderts so nachhaltig geprägt wie kein Zweiter. Kein anderer Künstler ist so viel ausgestellt, so extensiv erforscht, publiziert und kommentiert worden. Mit Georges Braque begründete Picasso den Kubismus und brach damit definitiv mit den formalen und ästhetischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts. Jegliche künstlerische Stilrichtung oder kulturelle Hinterlassenschaft, von der afrikanischen Skulptur bis zum eisernen Fahrradlenker, war für Picasso Quelle der Inspiration für Neues. Sein Schaffen war bis ans Lebensende ungeheuer produktiv, gezeichnet von unbändiger Lebenslust und, besonders im Spätwerk, vom Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit.

Picasso wird als Sohn eines Malers und Kunstlehrers geboren, der ihn früh im Malen unterrichtet. Mit neun Jahren schafft Picasso sein erstes Ölgemälde, als Zehnjähriger beginnt er eine Ausbildung in einer galizischen Kleinstadt, die er als 14-Jähriger an einer Kunstschule in Barcelona als Überflieger fortsetzt. Hier gelangt er in avantgardistische Künstlerkreise, studiert kurz in Madrid, hat erste Ausstellungserfolge (1900) und besucht die Kunstmetropole Paris. Er lebt in Paris, Barcelona und Madrid. Picasso entwickelt erstmals einen eigenen Stil: An seine „Blaue Periode“ (1901 – 1905) schließt sich die optimistischere „Rosa Periode“ (1905 – 1907) an. Er lebt unter einfachsten Bedingungen in einem Künstlerhaus am Pariser Montmartre. Beeindruckt von Cézanne und fasziniert von afrikanischer und ozeanischer Plastik, entsteht um 1907 das Meisterwerk Les Demoiselles d’Avignon. Von ihm leitet sich der Kubismus ab. Picasso und Braque lösen zunächst die Dinge in einfache geometrische Formen auf, um sie ab etwa 1912 aus diesen wieder zusammenzusetzen (Analytischer und Synthetischer Kubismus). Gegen Ende des Ersten Weltkriegs kehrt Picasso zu figürlichen Darstellungen im Stil eines vereinfachten, monumentalen Klassizismus zurück. Naturalistisch-expressive Werke lösen sich mit kubistischen Bildern ab, die Stile verschwimmen. In den 1930er Jahren entstehen viele Skulpturen, darunter Assemblagen und Drahtobjekte. In zahlreichen Grafiken zum Minotaurus-Motiv – als Spanier ist Picasso fasziniert vom Stierkampf – lotet er die Zusammenhänge zwischen Sexualität, Gewalt und Tod aus. Unzählige Frauenporträts thematisieren die Beziehung zwischen Sexualität und künstlerischer Kreativität. Das berühmte Antikriegsbild Guernica von 1937 reflektiert seine Erschütterung anlässlich des Spanischen Bürgerkriegs. Seit 1946 lebt er an der Côte d’Azur. Er setzt sich mit Werken älterer Meister wie Delacroix, Velásquez und Manet auseinander und arbeitet wie besessen an seinem lange umstrittenen umfangreichen Spätwerk. „Wilde“, skizzenhaft auf die Leinwand geworfene Gemälde stehen neben reflektierten, hochelaborierten und akademisch geschulten Zeichnungen und Radierungen, in denen Picasso stilistisch und inhaltlich die gesamte Kunstgeschichte zitiert.

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