1871 Paris – 1958 Paris

Der französische Maler und Grafiker Georges Rouault lässt sich nur schwer einer bestimmten Schule oder einem Stil zuordnen. Er gehörte zum Kreis der Künstler um die École de Paris und wird oft zu den Fauvisten gezählt. Nach einer Lehre als Glasmaler, studierte er ab 1890 an der Ècole des Arts décoratifs und anschließend an der École nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris zunächst bei Elie Delaunay und später als Meisterschüler von Gustave Moreau. Nach dessen Tod 1898 wurde Rouault Konservator des Musée Moreau auf Lebenszeit. 1910 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Druet und wurde ab 1917 exklusiv von dem Kunsthändler Ambroise Vollard vertreten. Ab den 1930er Jahre sind seine Arbeiten in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen. 1945 widmete ihm das Museum of Modern Art New York eine große Retrospektive. Sein umfangreiches Œuvre reicht von Gemälden, Grafiken, Tapisserien und Glasmalereien bis hin zu Bühnenbildern und Emaillearbeiten. Befasst er sich in seinen frühen Werken oft mit religiösen Motiven, aufgrund seiner Faszination für mittelalterliche Kunst, so stehen ab der Jahrhundertwende hingegen Themen wie Randfiguren der Gesellschaft: Künstler, Clowns oder Prostituierte im Vordergrund seines Schaffens. Mit dem Alter verliert sein Werk an Aggressivität und sein Malstil wird ruhiger, seine Pinselstriche breiter. Von 1917 bis 1927 produzierte er vorwiegend Druckgrafiken. Gegen Ende der 1920er Jahre entwickelte er die für ihn so charakteristische Impastomalerei, bei der das Material in pastosen Schichten reliefartig aufgetragen wird. Seine Werke befinden sich in den großen europäischen Sammlungen und Museen.

Ausstellungen mit Georges Rouault

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