1889 München – 1938 Berlin

Georg Schrimpf war Autodidakt und zugleich einer der bedeutendsten Maler der Neuen Sachlichkeit. Nachdem er auf Drängen des Vaters 1905 eine Zuckerbäckerlehre in Passau abgeschlossen hat, geht er auf Wanderschaft durch Deutschland, Belgien und Frankreich und verdiente seinen Lebensunterhalt als Kellner, Kohlenschaufler und Bäcker. 1913 zieht es ihn weiter in die Schweiz und Oberitalien, so verbringt er einige Monate in Ascona/Tessin auf dem Monte Verità. 1915 übersiedelte Schrimpf nach Berlin, wo er zunächst in einer Schokoladenfabrik arbeitet, doch auch intensiv zu malen anfängt. Bald findet er die Beachtung des Kunstexperten, Galeristen und Publizisten Herwarth Walden, der Schrimpfs erste Ölbilder erfolgreich ausstellt (Sturm 1916). Mit Holzschnitten wird Schrimpf Mitarbeiter der Zeitschriften „Die Aktion“ und „Der Sturm“. Auch die Kunsthistoriker und -kritiker Franz Roh und Werner Haftmann zählen zu seinen frühen Förderern.

1917 heiratet er die Malerin und Grafikerin Maria Uhden, noch im selben Jahr ziehen sie nach München. Seine Frau stirbt im August 1918 an den Folgen der Geburt ihres Sohnes Markus. Seit dem Jahr 1918 stellt Schrimpf regelmäßig in der Münchner Galerie Neue Kunst aus. Er beteiligt sich als Mitglied des „Aktionsausschuß revolutionärer Künstler“ aktiv an der Münchner Räterepublik. Er wird Mitglied der „Novembergruppe“, an deren Ausstellungen er 1919, 1920, 1924 und 1929 teilnimmt. 1920 stellt Schrimpf zum ersten Mal bei der „Neuen Sezession“ im Glaspalast München aus und wird kurz darauf deren Mitglied. Von 1926 bis 1933 übt er eine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule München aus. 1932 ist er neben Theo Champion, Adolf Dietrich, Hasso von Hugo, Alexander Kanoldt, Franz Lenk und Franz Radziwill Gründungsmitglied der Gruppe „Die Sieben“. 1933 wird er als außerordentlicher Professor an die Staatliche Hochschule für Kunsterziehung in Berlin-Schöneberg berufen. Seine Lehrtätigkeit wird 1937 beendet. Als Gründe werden genannt, dass Schrimpf 1919 der Kommunistischen Partei und 1925/26 der KPD-nahen Roten Hilfe angehört hatte. Als ordentliches Mitglied des Deutschen Künstlerbundes nimmt Schrimpf noch an der letzten DKB-Jahresausstellung im Hamburger Kunstverein teil. Unter dem NS-Regime gerät Schrimpf zunehmend unter Druck. Er gilt als Roter und somit automatisch als „entartet“. Es werden 33 Werke von Schrimpf auf deutschen Museen entfernt. Gleichzeitig zählen einige Nazi-Größen zu den Sammlern von Schrimpf-Gemälden, wie die Reichsminister Heß und Darré. Im Jahr vor seinem Tod wird er im Juli 1937 in der NS-Ausstellung Entartete Kunst erneut diffamiert.

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