26.07. – 31.08.2013

ABSTRAKT

Mit der Ausstellung „ABSTRAKT“ haben sich die beiden Galerien Michael Haas Berlin und Contemporary Fine Arts  zusammengetan, in einer gemeinsamen Präsentation, verschiedene Generationen der europäischen Abstraktion der Nachkriegszeit mit abstrakten Werken zeitgenössischer Künstler in einen Dialog treten zu lassen. Damit mischen sich die Klassiker der jüngeren Moderne mit heutiger Abstraktion. Hundert Jahre nach Kasimir Malewitsch´ Schwarzem Quadrat – dem seit neuerem der Rang des ersten abstrakten Werkes von Hilma af Klimt streitig gemacht wird, die das erste ungegenständliche Bild bereits 1906 vollendete – wollen wir verschiedenste Spielarten der abstrakten Kunst seit der sogenannten zweiten Moderne aufzeigen.
Unsere Ausstellung fragt zum Beispiel: Wie tief sind die schwarzen Flächen eines Richard Serra, Jordi Alcaraz oder Arnulf Rainer? Welche Arbeit gewinnt den Kampf um die Aufmerksamkeit des Betrachters, die bunte Op Art einer Bridget Riley oder die grellen Neonstreifen eines Günther Fruhtrunk? In der Ausstellung steht in diesem Spannungsfeld zwischen den beiden Werken die zarte Bronzeskulptur von Hans Arp, die sich in ihrer organischen Form souverän behauptet. Dagegen genauer Hinschauen muss man, um den leisen Dialog zwischen Natur und Kunst bzw. natürlich geschaffenen Strukturen und dem menschlichen Spiel mit der Perfektion in Bezug auf Repetition zu verstehen. Dieser eröffnet sich zwischen den Linien eines Fritz Klemm, den Dreiecken eines Michael Conrads und den Schlupteilchen eines Alastair Mackie.

Contemporary Fine Arts setzt mit Werken von Willi Baumeister, Hans Hartung und Emil Schuhmacher mit der Zeit des Informel an. Ohne Genealogien zu konstatieren, soll die Präsentation anregen zu beobachten, wie viel ein Bild von Albert Oehlen zum Beispiel mit einem Werk von Willi Baumeister zu tun haben könnte; was vielleicht Frank Nitsche mit Hans Hartung gemein hat?
Was passiert, wenn man Werke von Anselm Reyle neben die eines Victor Vasarely, einem seiner Vorbilder, hängt? Denkt Katja Strunz Hans Uhlmanns und Imi Knoebels Werk weiter? Verbindet Carol Ramas´  Entwicklung von anspielungsreichen, erotisch-pornographisch aufgeladenen Werken hin zu einer abstrakteren, offeneren und klassischeren Bildsprache vielleicht etwas mit Sarah Lucas´ künstlerischer Genese?
All solche Verbindungen aufzuzeigen und die einzelnen Werke in eine dialogische Korrespondenz zu bringen, ist der gemeinsame Anspruch der beiden Ausstellungen.

Hierfür stehen die Arbeiten von: Jordi Alcaraz, Hans Arp, Willi Baumeister, Michael Conrads, Jigger Cruz, Günter Förg, Günter Fruhtrunk, Franz Graf, Hans Hartung, Eberhard Havekost, Erwin Heerich, Gerhard Hoeme, Richard Jordan, Fritz Klemm, Imi Knobel, Norbert Kricke, Sarah Lucas, Alastair Mackie, Ernst Wilhelm Nay, Ben Nicholson, Frank Nitsche, Albert Oehlen, Francis Picabia, Arnulf Rainer, Carol Rama, Paul Rebeyrolle, Bridget Riley, Erich Reusch, Amselm Reyle, Emil Schumacher, Richard Serra, Katja Strunz, Antoni Tàpies, Gert & Uwe Tobias, Hans Uhlmann, Victor Vasarely, Bernar Venet, Jaap Wagemaker.

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